Ein Wunder oder „unnatürlich“ und was geschah dann?

 

Am ersten Mai habe ich sie zum ersten Mal gesehen. Unsere „Thingersente“. Sie suchte sich mitten auf dem Thingersplatz in einem dieser unattraktiven Pflanzkübel ausgerechnet ihren Platz zum Brüten aus. Geduldig saß sie auf ihrem kunstvoll gestalteten Nest, ignorierte die neugierigen Blicke derer, die sie längst entdeckt hatten. Wenn sie ihr Nest verließ, um für sich selbst Nahrung zu suchen, bedeckte sie ihre Eier mit leichten Federn, die sie sich  von der Brust gerupft hatte. Wir zählten am Anfang 9 schöne vollkommene Enteneier. Schon ein paar Tage später waren es nur noch sieben, dann nur noch fünf und schließlich waren die Ente und der Rest ihrer Eier verschwunden. Was war geschehen? Spuren, dass das Nest von einem tierischen Räuber angegriffen wurde, waren nicht zu finden. Natürlich kann ein Entennest an einem so ungewöhnlichen und belebten Platz nicht lange unentdeckt und damit geschützt bleiben. Warum nur hatte sich die Ente einen so unsicheren Platz auserkoren? Warum brütete sie nicht am Schwabelsberger Weiher wie es für Enten „normal“ ist?

Mich hat dieses Ereignis sehr berührt und ich und mit mir bestimmt viele andere Menschen hätte sie und ihre Babys gerne vor allen Gefahren beschützt. Es hätte ein so schönes Beispiel für Rücksichtnahme und Achtsamkeit werden können.  Es hätte ein Ausdruck von Ehrfurcht vor dem Leben werden können, der uns allen geschenkt wird. Ob wir noch einmal eine Gelegenheit dazu bekommen?

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