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Schwabelsberger Weiher

Schwabelsberger Weiher – Heimat für viele Tiere

Füchse - Schwabelsberger WeiherDiesen Schnappschuss der drei Jungfüchse hat ein Spaziergänger der Redaktion geschickt. Die Fuchseltern hatten offensichtlich viel Vertrauen zu den menschlichen Mitbewohnern der nahen Umgebung. Inzwischen ist Familie Fuchs irgendwo anders hin verzogen. Das ist so bei Füchsen. Dass sie u. a. auch Nester der Brutvögel am Weiher ausräubern und auf Vögel scharf sind, liegt in ihrer Natur. Bei uns sind sie vor allem Mäusevertilger. Auch ihr Cousin, der Marder wurde gesehen. Ein Iltis schnürte kürzlich seelenruhig bei mir vorbei, als ich hoffte, den Biber zu Gesicht zu bekommen.

Als es schon fast dunkel war, beobachtete ich einen Biber unterhalb des Gutes im Bleicher Bachtobel. Dort hat er im Winter ziemlich viel „gearbeitet“ und macht sich auch jetzt noch an den Weiden zu schaffen. Einen großen Damm hat er dort errichtet. In diesem Gelände wird der Baumeister von niemandem gestört. Weil hier Natur auch Natur sein darf, haben im feuchten Grund der Biberanlage inzwischen Frösche, Kröten und Molche ein Zuhause gefunden. Vor ca. 6 Jahren waren sie in diesem Teil des Weihergebietes noch eine Seltenheit. Gut für sie, denn sie müssen jetzt zum Laichen im Frühjahr nicht mehr die gefährliche Heiligkreuzer Straße überqueren. Viele kleine Fische tummeln sich im aufgestauten Gewässer. Sie haben wiederum den Eisvogel als ihren Jäger angelockt. Im Bach sind die seltenen Steinkrebse noch heimisch. Spaziergänger sind sich sicher, nicht nur die Ringelnatter, sondern im etwas trockenerem Teil darüber sogar die Kreuzotter gesichtet zu haben. Sie galt hier inzwischen für ausgestorben.

Der Schwabelsberger Weiher ist für uns im Kemptener Norden der Ort, an dem sich Fuchs, Hase und Reh gute Nacht sagen. Im Winter konnte ich im Schnee Hasenspuren entdecken. Ein Rehbock stand kürzlich in der Nähe des Bienenhäuschens, eine Ricke im Schilf an anderer Stelle. Gegen Abend schwirren ungezählte Fledermäuse am Teichrand. Gut zu beobachten sind die unterschiedlichen Wasservögel. Die Lachmöwenkolonie ist wieder rege besetzt. Schwimmvögel unterschiedlicher Art suchen natürliche Nahrung. Zwei Schwäne saßen auf ihren Gelegen. Die meisten Spaziergänger haben verstanden, dass das Füttern mit Brot u. a. den meisten Tieren im und am Wasser schadet. Hoffentlich wird es wahr, dass im kommenden Jahr der altersschwach gewordene Naturaussichtsturm neu errichtet wird. Naturfreunde warten darauf, Tiere von dort aus beobachten zu können.

Naturfachleute haben uns Spaziergängern übrigens ein großes Kompliment ausgesprochen: Weil die Menschen in diesem Gebiet auf den Wegen bleiben und auch ihre Hunde in Zaum halten, haben sich die Wildtiere an Mensch und Hund auf den Wegen gewöhnt. Sie fühlen sich sicher, weil sie in ihrem Rückzugsgebiet nicht gestört werden. Im Gegensatz dazu wurde ihnen in der nahen Umgebung ihre Existenzmöglichkeit fast gänzlich genommen.

 

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