Es war einmal …

Es war einmal – Eine Burg in unserem Stadtteil

Sie kennen den Burgstallweg? Er beginnt in der Mariaberger Straße etwa gegenüber des Spatzenweges. Diese Straße endet allerdings schon hinter dem großen Hochhaus an dem steil sich absenkendem Geländevorsprung in Richtung Rottach.

Unmittelbar hinter dem Hochhaus erkennen wir den Gedenkstein für die einstige Burg der Herren von Rottach. Ein gewisser „Ludwig von Rottache“ war es nämlich, der im Jahre 1213 den Kemptener Abt Heinrich nach Konstanz begleitet hatte, als dieser von Kaiser Friedrich II mit der Kemptener Grafschaft belehnt wurde. „Hinter dem Dorfe Rottach…“ soll diese Burg gestanden haben. Das besagt auch, dass der heutige Stadtteil einst ein selbständiges Dorf mit einem eigenen Ortsadel war.

Im Volksmund wurde diese Burg auch „Hildegardisburg“ genannt. Alte Kemptener Chroniken berichten sogar von einem „Rembold oder Renobald von Hildegartisberg“, der 773 gelebt haben soll. Mit Hildegard, der Gemahlin des Kaisers Karl des Großen, die als Wohltäterin des Kemptener Klosters gilt, dürfte dieser Name kaum etwas zu tun haben. Denn viele dieser Namen wurden in späteren Jahrhunderten „erfunden“, um einer Familie einen möglichst langen Stammbaum erstellen zu können. So dürfte dieser Name wohl eine schöne Erfindung der Chronisten sein. Jedenfalls wird die Zerstörung der Burg mehrfach (und uneinheitlich) mit dem Jahre 1242 beschrieben.

Wie es wirklich war? Die Geschichtsforscher und der ehemalige Schulleiter und Heimatforscher Jochen König, der Autor dieses Artikels, wissen es nicht. Falls den dortigen Bewohnern heute ein Gespenst namens Ludwig von Rottach begegnet, wäre es gut, auf jeden Fall nach den genauen Hintergründen zu fragen. Die Redaktion der Thingerszeitung bittet um umgehende Benachrichtigung.

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